Dipl.-Ing. Thorsten Niggemann
Muldenkippwagen Ommi 51 F-z 120
Der Muldenkippwagen Ommi 51 F-z 120 mir fünf nach beiden Seiten kippbaren Mulden, wird zur Beförderung von Schüttgütern verschiedener Art eingesetzt. Das Untergestell ist aus Walzprofilen geschweißt und trägt Waagerechtangeordnete Abrollbahnen, auf denen die mit Führungszapfen versehenen Wiegen der Mulde abrollen. Das Ladegut in den fünf Mulden lässt sich direkt in einen LKW oder entsprechend hohe Mauern von Bunkeranlagen entleeren. Die Mulden lassen sich halb oder ganz entladen und werden in der Kippstellung festgehalten. Nach Ausklinken einer Verriegelung rollt die entleerte Mulde in die Normalstellung zurück.
Der Muldenkippwagen wurde das erste Mal 1953 in dienst gestellt. Ab 1986 wurden Bestände
Kontinuierlich verringert bis 1999 die letzten Wagon ausgemustert wurden.





Die ersten Teile
Auch bei diesem Wagon habe ich mir wieder viel Arbeit erspart, indem ich viele Teile laserscheiden lies. Vor allem die 5 einzelnen Mulden bestehen zum größten Teil aus diesen Teilen.

Jede Mulde des Wagons besitzt zwei Klappen, die sich beim Entladevorgang öffnen und das auslaufende Ladegut bremsen. Im Original besteht die Klappe aus einem tiefgezogenen Blech mit angeschweißten Laschen zur Befestigung an der Mulde. Um das tiefgezogene Blech möglichst realistisch nachzubilden, habe ich das Bauteil auf einer CNC Fräse gefertigt. Der Tiefziehprozess bedingt, das das Blech in seinen Einbuchtungen keine scharfen Ecken hat, sondern einen möglichst großen Radius, um das Reissen des Bleches beim Tiefziehen zu vermeiden. Auf der CNC-Maschine habe ich Viertelkreis- und Radiusfräser eingesetzt, um diese Rundungen nachzuahmen. Das Knifflige an der Klappe war, dass ich auch die Rückseite abbilden wollte. Nachdem nun die Vorderseite fertig gefräst war, habe ich den Rohling umgedreht, um die Rückseite zu fräsen. Dabei kann es passieren, dass man nicht genau die Referenzpunkte erwischt und einen Versatz von Vorder- und Rückseite hat. Auch wenn die Klappe von einer Maschine gefertigt wurde, habe ich mich dazu entschlossen, nur eine Klappe zu fertigen und diese als Mastermodell Herrn Barnhausen für die Herstellung einer Silikonform zu geben. Es lohnt sich nicht, jede Klappe zu fräsen. Der Kunststoffabguss ist einfach konkurrenzlos günstiger.

Herr Barnhausen bietet die Klappe für 4,70 EURO an. (Stand Nov. 2009). 10 Stück sind erforderlich.
Barnhausen Modellbau
Coesterweg 43
59494 Soest
Tel. 02921/9814949
Fax 02921/9695384
Rahmen

Das Besondere an diesem Wagon ist, dass die komplette Rahmenkonstruktion mit
Bremsanlage am fertigen Wagon sichtbar bleibt und nicht wie bei vielen anderen Modellen zugebaut wird. Die umlaufenden C-Profile sowie die Pufferbohle des Rahmens sind aus verzinktem Stahlprofil zusammengeschweißt. So erhält man einen steifen und robusten Rahmen, der sich auch bei den nachfolgenden arbeiten nicht mehr verzieht. Die Aufwendige innere Verrippung ist aus Messingprofilen hart-gelötet. Das Löten hat den Vorteil, dass sehr feine Nähte gezogen werden können,
die auch der späteren Optik angemessen erscheinen.
Die Achsen sind wie auch schon bei den vorherigen Modellen kugelgelagert und mit einer voll funktionstüchtigen Blattfederung versehen.
Tragwerk

Der Aufbau des Tragwerks, auf dem später einmal die Mulden aufliegen, ist eine sehr anspruchsvolle Arbeit. Das Schwierigste beim Aufbau des Tragwerkes sind die diagonal im Raum stehenden Ständerwerke. Um die einzelnen Profile im richtigen Winkel zueinander im Tragwerk verlöten zu können, haben wir uns Schablonen aus dünnem Blech geschnitten. Die Bleche haben die Profile beim Verlöten auf Ihrer Position gehalten. Das ganze Tragwerk ist mit dem Rahmen nur verschraubt. Dies erleichtert nachfolgende Arbeiten, da man die Teile nachher nocheinmal lösen kann.
Ablaufbahn

Die fünf Mulden werden auf 4 mittlere und 2 stirnseitige Ablaufbahnen aufgelegt.
Um die einzelnen Ablaufbahnen nicht in der Enge des schon aufgebauten Tragwerks zu fertigen wurde eine Montagehilfe verwendet.
Dieser Bericht wird demnächst fortgeführt...